für einen Moment raus aus dem Alltag

aus dem Gespräch mit dem Arbeitskollegen auf dem Weg zum Essen

der Hetze zur Straßenbahn

dem eiligen Gehen zum Supermarkt

den sich aufdrängenden Werbetafeln

dem grauen Beton

den Hunden, Kinderwagen, vorbeirauschenden Radfahrern, Reihen von Autos und Joggern.


In der Venloerstraße in Köln Ehrenfeld, auf dem Rudolphplatz, Wiener Platz, in Deutz, auf dem Chlodwigplatz, der Schildergasse und Kalker Hauptstraße, errichtet katharinajej temporär an unterschiedlichen Nachmittagen im Sommer 2017 dein fluchtort. Der inszenierte Rückzugsraum ist ein Stolperstein auf dem routinierten Weg durch die Stadt. dein fluchtort ist eine begehbare Skulptur, die Passanten einlädt sich für einen Moment oder länger dem eigenen Alltag zu entziehen, wegzutauchen, sich rauszunehmen, zu verschwinden. dein fluchtort ist eine Höhle, deren Innenraum Geborgenheit und ein Innehalten im Trubel der Stadt ermöglicht. Bis zu zwei Personen können gleichzeitig darin ruhen, nichts tun, horchen, und in dem dunklen Raum ohne Konsum-, Bespaßungs- oder Ordnungszwang sein. dein fluchtort ist jedoch nicht nur ein Versteck inmitten der Stadt, sondern verwandelt sich durch das Betreten weiterer Menschen in einen Begegnungsraum, der ein gemeinsames Sein von Fremden erlaubt. dein fluchtort fand im Rahmen des Kunstprojektes "Fluchten", initiiert vom Arbeitskreis Migration des Diözesan-Caritasverbandes für das Erzbistum Köln, statt. Nähere Informationen siehe www.fluchten.eu.



Eindrücke der Besucher von dein fluchtort:

"Den Kopf in den Sand stecken oder aus der Welt verschwinden. Draussen drinnen sein oder drinnen draussen. Geborgenheit und Schutz."

"Ein auditives Wimmelbuch."

"Als ich schließlich hineinkrieche, empfängt mich Hitze und starker Menschengeruch. Ich ringe nach Luft und lasse mich zugleich in die weiche Dunkelheit sinken. Entspannung, alles sanft abgeben. Den Geruchssinn langsam öffnen und verschiedene Informationen und Impulse heraus spüren. Die Straßengeräusche werden zu einem beruhigendem Rauschen. Als ein Fremder hinzu kriecht, kommt ein neuer Duft zu mir. Wir sind erst still und sprechen dann über das Hören und die Geräusche der Stadt versus des Naturklanges auf dem Land - und dass Köln für uns eine Heimat ist."

"Vor allem wenn das Zelt sehr dunkel war, kam mir immer wieder in den Kopf "What do you see when you turn out the light? I can't tell You but I know it's mine."

"Ich komme raus wie gerade neu aufgewacht, geschlüpft, geboren, tiefenentspannt."


Pressebericht des Kölner Stadtanzeiger


gefördert durch





Fotos von katharinajej und Jo Schwartz







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